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Was ist vor der Migration einer Aperture Mediathek zu Fotos zu bedenken?

Fotos für Mac ist die einzige Foto Management Software, die noch von Apple weiterentwickelt wird. Es ist kein Ersatz für Aperture, da es nur wenige Werkzeuge bietet, um die Arbeitsumgebung zu Konfigurieren und es hat nicht so ausgefeilte Werkzeuge, um die Fotos zu bearbeiten. Insbesondere die Pinsel fehlen, lokale Korrekturen vorzunehmen.

 

Aber dennoch gibt es gute Gründe, eine Aperture Mediathek mal in Fotos öffnen zu wollen.

  • Der RAW Support:  Seit dem macOS 10.12.2 Update hat sich der RAW Support geändert, und Aperture kann den RAW Support für die neuen Kameras, der von Sierra updates installiert wird, nicht mehr verwenden. Fotos dagegen kann die RAW Dateien für zusätzliche Kameras entwickeln. Die beiden letzten Sierra updates haben leider Aperture außen vor gelassen, siehe die Kameras im letzten Absatz diese Dokuments:  Von iOS 10 und macOS Sierra unterstützte Digitalkamera-RAW-Formate - Apple Support
  • iCloud Foto Mediathek: Fotos ist das erste Apple Programm, das uns erlaubt, eine Foto Mediathek über mehrere Computer zu synchronisieren und dabei das verlustfreie Editieren unterstützt.  Ich kann jetzt auf meinem iMac im Büro beginnen ein Bild zu bearbeiten und es zuhause oder unterwegs auf dem MacBook Pro weiter bearbeiten. Und alle Änderungen zurücknehmen, wenn ich möchte. Notfalls sogar auf dem iPhone oder iPad. (Von iPhoto auf Fotos für macOS aktualisieren - Apple Support). Ich habe die Teilmenge der Fotos an denen ich gerade arbeite und die ich auf allen Geräten sehen will, in einer separaten Aperture Mediathek zusammengefasst und mit "Ablage > Exportieren >   ... als neue Mediathek" exportiert und diese von Fotos konvertieren lassen.
  • Um Zugriff auf die Fotos zu bekommen:  Falls die Aperture Version zu alt ist und nicht mehr auf Sierra läuft, kann Fotos kann eine Aperture Mediathek nahezu verlustfrei in eine Fotos Mediathek konvertieren.  Es wird eine neue Mediathek angelegt, die alte bleibt erhalten: (Verarbeitung von Inhalten und Metadaten aus iPhoto und Aperture durch die Fotos-App - Apple Support)

 

Der Umstieg von Aperture zu Fotos wird einfacher, wenn wir ihn etwas vorbereiten:

  • Als erstes würde ich eine vollständige Sicherheitskopie des Rechners machen, insbesondere, wenn noch das System aktualisiert werden muß, ein Time Machine Backup oder ein startbarer Clone (macOS Sierra: Zurückkehren zu einer vorherigen macOS-Version).
  • Falls noch nicht gegessen, Aperture auf Version 3.6 aktualisieren, da nur diese Version mit den neueren Systemen, 10.10.3 oder neuer kompatibel ist.  Aktualisieren geht allerdings nur noch durch Neuinstallierten, siehe:  Aktualisieren auf Aperture 3.6
  • Die Aperture Mediathek sollte keine Probleme haben.  Falls Aperture vorher mal abgestürzt ist oder sich auch ansonsten merkwürdig verhält, würde ich die Aperture Mediathek reparieren. (Repairing and Rebuilding Your Aperture Library: Aperture 3 User Manual)
  • Es ist wichtig, daß die Mediathek auf einer geeigneten Festplatte mit genügend freiem Platz ist. Wenn die Mediathek nicht auf der Systemplatte im Ordner Bilder ist, überprüfe das Dateisystem Format der externen Festplatte. Das Dateisystem sollte MacOS Extended (Journaled) sein. Sonst könnte es passieren, daß die neue Mediathek einfach auf der Systemplatte angelegt wird und es zu Speicherproblemen kommt. Fotos will hard links erzeugen, und das file system muß diese unterstützen. Die Festplatte sollte direkt verbunden sein und kein Netzwerklaufwerk. iCloud Foto Mediathek arbeitet überhaupt nur mit dem Dateisystemformat MacOS Extended (Journaled).
  • Es hilft, alle Metadaten in Aperture zuzuweisen, da es in Aperture einfacher ist als in Fotos. Fotos auf Yosemite kann nicht einmal Stapelverarbeitung. Das ist seit El Capitan besser, wir können Titel und Beschreibungen mehreren Fotos zugleich zuweisen, aber es gibt keine presets wie in Aperture. Auch das Zuweisen von Orten ist in Aperture deutlich einfacher, da die Karten besser sind und wir eigene Orte definieren können.  In Fotos können wir nur die Ortsnamen aus der vordefinierten Datenbank verwenden, und wenn wir eine Ort präziser lokalisieren wollen und die Markierung verschieben, sehen wir keine geographischen Details sondern nur eine Tom Tom Strassenkarte. Das macht es sehr schwer, Orte abseits der Strassen präzise festzulegen.
  • Fotos hat keine Projekte wie Aperture. Die Mediathek wird automatisch strukturiert. Anstelle von Projekten gibt es Momente, Sammlungen, Jahre. Momente fassen automatisch alle Fotos zusammen, die zur selben Zeit am selben Ort aufgenommen wurden, typischerweise alle Fotos einer shooting session. Die Sammlungen fassen die Momente zu größeren Einheiten zusammen, das sind typischerweise alle Fotos aus einem Urlaub oder während einer Reise aufgenommen.  Die Jahre zeigen alle Fotos eines Jahres.  Da die Orte und Aufnahmedaten so wichtig sind für die automatische Struktur, würde ich versuchen, diese noch in Aperture zu überprüfen und notfalls zu korrigieren.
  • Hierarchische Schlagworte:  Fotos hat nur eine flache Schlagwortstruktur. Wenn wir die hierarchischen Schlagworte aus Aperture retten wollen, würde ich die Schlagworte so umbenennen, daß die Hierarchie erkennbar wird.
  • Wertungen: in Fotos fehlen die Sterne für Wertungen völlig, nur das herzige Herzchen für Favoriten. Wir können die Wertungen aber mehr oder weniger gut durch Schlagworte ersetzen.
  • Eigene Metadatenfelder:  Diese werden nicht nach Fotos übertragen. Wenn wir unsere eigenen Metadatenfelder retten wollen, müssen wir sie in ein Feld kopieren, das übertragen wird, z.B. die Beschreibungen oder Titel.
  • Dateinamen:  Aperture zeigt uns automatisch den Dateinamen der Originale als den Namen der Version, wenn kein eigener Versionsname zugewiesen wurde. Fotos macht das nicht.  Um die Dateinamen unter den Miniaturen zu sehen, müssen wir den Dateinamen explizit als Titel zuweisen.  Da Stapelverarbeitung in Aperture einfacher ist, bietet es sich an, die Dateinamen an das Titelfeld anzuhängen, wenn man diese In Fotos sehen können möchte.
  • Nicht alle intelligenten Alben können in Fotos nachgebildet werden, da Fotos weniger Regeln für intelligente Alben unterstützt. Daher werden einige Intelligente Alben durch Standardalben ersetzt. Wenn wir unsere intelligenten Alben in Fotos nachbauen wollen, hilft es, für einige Attribute, die in Fotos nicht abgefragt werden können, zusätzliche Schlagworte einzuführen, z.B. für die Namen der Projekte, die es nicht mehr gibt. Siehe:  Darstellung in Fotos von "Intelligenten Alben" aus iPhoto oder Aperture - Apple Support
  • Produkte wie Bücher, Light Tables, Diaschauen werden nicht übertragen: Eine Übersicht, wie anderer Inhalt behandelt wird, siehe hier:  Verarbeitung von Inhalten und Metadaten aus iPhoto und Aperture durch die Fotos-App - Apple Support
  • Fotos wird die neue Mediathek im selben Ordner anlegen wie die Aperture Mediathek.  Dieser Speicherort sollte also genügend Platz haben, zumindest während der Migration. Später wird weniger Platz benötigt.  Fotos versucht Platz zu sparen, indem es hard links zu den Bildern in der Aperture Mediathek verwendet:   Fotos spart Festplattenspeicher durch die gemeinsame Nutzung von Bildern in iPhoto- und Aperture-Mediatheken - Apple Sup…
    Weil nicht viel zusätzlicher Platz benötigt wird, sollte die Aperture Mediathek nicht zu schnell gelöscht werden. es hilft, wenn wir das Original in Aperture öffnen können, während wir die Bilder und Metadaten mit den Versionen in Fotos vergleichen.
  • Wenn Fotos zum erstem Mal aufgerufen wird, will es automatisch die zuletzt geöffnete iPhoto oder Aperture Mediathek öffnen. Daher würde ich vor dem ersten Aufrufen von Fotos diejenige Mediathek in Aperture öffnen, die nach Fotos portiert werden soll.
  • Fotos unterstützt verknüpfte Dateien.  Bilder, die in Aperture verknüpft sind, werden auch in Fotos verknüpft sein.  Es fehlen aber die Werkzeuge, um verknüpfte Dateien zu verwalten. Alles, was Fotos kann, ist verknüpfte Dateien zu konsolidieren.  Wir können nicht verwaltete Dateien in verknüpfte Dateien wandeln. Und es ist aufwendiger, fehlende verknüpfte Dateien neu zu verknüpfen, wenn eine Mediathek auf eine andere Festplatte verschoben werden muß. iCloud Foto Mediathek arbeitet nicht mit verknüpften Dateien,
  • Wenn mehrere Mediatheken vereinigt werden sollen, z.B., weil nur eine Mediathek mit iCloud verwendet werden kann, ist es am besten, die Mediatheken in zu vereinigen, da Fotos keine Mediatheken vereinigen kann.

 

Aperture 3.6 läuft aber noch auf macOS Sierra 10.12.4, mehr oder weniger. Wir können Fotos als Hilfe nehmen, während wir den Umzug von Aperture zu einer anderen, professionellen Bildverarbeitung und Software planen.

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