Warum du Apps auf dem iPhone und iPad nicht ständig schließen solltest
Hallo und herzlich willkommen in der Apple Support Community!
Schön, dass du hier bist.
Vielleicht kennst du diese Gewohnheit auch: Nach der Nutzung des iPhone oder iPad wird zunächst der App-Umschalter geöffnet – und anschließend werden sämtliche dort angezeigten Apps nach oben weggewischt.
Oft steckt dahinter die Vorstellung, dadurch Arbeitsspeicher freizugeben, das Gerät schneller zu machen oder die Batterie zu schonen.
Im normalen Alltag ist das jedoch weder notwendig noch empfehlenswert.
Apple weist selbst darauf hin, dass es normalerweise keinen Grund gibt, eine App zu beenden. Insbesondere wird durch das regelmäßige Schließen von Apps kein Batteriestrom gespart.
Schauen wir uns deshalb etwas genauer an, was tatsächlich passiert.
1. Der App-Umschalter zeigt nicht einfach „laufende Programme“
Wenn du den App-Umschalter öffnest, siehst du Apps, zwischen denen du schnell wechseln kannst.
Auf einem iPhone mit Face ID streichst du dafür vom unteren Bildschirmrand nach oben und hältst kurz in der Bildschirmmitte inne. Bei einem iPhone mit Home-Taste drückst du zweimal die Home-Taste.
Dass eine App dort angezeigt wird, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie die ganze Zeit aktiv arbeitet oder permanent Prozessorleistung verbraucht.
iOS und iPadOS verwalten den Lebenszyklus von Apps selbst. Verlässt du eine App, gelangt sie zunächst in den Hintergrund und kann anschließend vom System in einen suspendierten Zustand versetzt werden. Eine suspendierte App führt keinen normalen Programmcode aus. Apple kann solche Apps bei Bedarf außerdem aus dem Speicher entfernen, um Ressourcen für andere Aufgaben bereitzustellen.
Das Betriebssystem übernimmt diese Speicherverwaltung automatisch.
2. Trotzdem können manche Apps im Hintergrund etwas tun
Hier ist eine kleine, aber wichtige Präzisierung notwendig:
Die häufig zu lesende Aussage, Apps würden im Hintergrund grundsätzlich niemals etwas tun, wäre zu pauschal.
iOS und iPadOS erlauben bestimmten Apps und Systemfunktionen gezielte Hintergrundaktivitäten. Das kann beispielsweise für Musikwiedergabe, Standortfunktionen oder bestimmte Downloads erforderlich sein. Apple dokumentiert unter anderem Hintergrunddownloads, die sogar durchgeführt werden können, während eine App suspendiert ist.
Auch die Funktion Hintergrundaktualisierung ermöglicht Apps, im Wartemodus nach neuen Inhalten zu suchen. Sie lässt sich unter:
Einstellungen → Allgemein → Hintergrundaktualisierung
konfigurieren.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede im App-Umschalter sichtbare App permanent im Hintergrund arbeitet.
3. Spart das regelmäßige Schließen von Apps Batterie?
Normalerweise: Nein.
Apple formuliert dies inzwischen sehr eindeutig:
Eine App muss im normalen Betrieb nicht beendet werden; durch das Beenden wird beispielsweise kein Batteriestrom gespart.
Das bedeutet auch: Das routinemäßige „Wegwischen“ sämtlicher Apps ist keine notwendige Maßnahme zur Verlängerung der Batterielaufzeit.
Wenn du herausfinden möchtest, welche App tatsächlich besonders viel Energie verwendet, ist ein Blick in:
Einstellungen → Batterie
wesentlich hilfreicher.
Dort kannst du dir die Batterienutzung einzelner Apps ansehen. Apple kennzeichnet dabei gegebenenfalls auch Hintergrundaktivität, beispielsweise durch Musikwiedergabe oder Standortaktivitäten.
Mein Tipp:
Bevor du eine App wegen vermeintlich hohen Energieverbrauchs regelmäßig schließt, prüfe zunächst die Batterieanzeige. So kannst du erkennen, ob die betreffende App überhaupt einen relevanten Anteil am Verbrauch hat.
4. Sollte ich Apps schließen, um Arbeitsspeicher freizugeben?
Auch das ist normalerweise nicht erforderlich.
iOS und iPadOS verwalten den verfügbaren Arbeitsspeicher eigenständig. Apps können vom System suspendiert und bei Ressourcenbedarf aus dem Speicher entfernt werden. Entwickler müssen ihre Apps genau auf diesen von iOS kontrollierten Lebenszyklus vorbereiten.
Als Anwender musst du deshalb nicht versuchen, den Arbeitsspeicher durch regelmäßiges Beenden aller Apps manuell zu verwalten.
Viele Apps im App-Umschalter zu sehen, ist daher zunächst einmal kein Hinweis darauf, dass dein Arbeitsspeicher überlastet ist.
5. Wann sollte ich eine App tatsächlich schließen?
Es gibt natürlich Situationen, in denen das Beenden einer App sinnvoll ist.
Apple empfiehlt dies insbesondere dann, wenn eine App nicht mehr reagiert oder nicht wie erwartet funktioniert. Anschließend kannst du sie erneut öffnen.
Auf einem aktuellen iPhone funktioniert das beispielsweise so:
- Öffne den App-Umschalter.
- Suche die betreffende App.
- Streiche die App-Vorschau nach oben.
- Öffne die App anschließend erneut.
Apple empfiehlt das Schließen einer App ausdrücklich als Fehlerbehebungsmaßnahme, wenn diese nicht reagiert.
Merksatz:
Apps nicht vorsorglich schließen – sondern dann, wenn es dafür einen konkreten Grund gibt.
6. Was tun, wenn eine App weiterhin Probleme macht?
Wenn das Beenden und erneute Öffnen nicht hilft, empfiehlt Apple weitere Schritte.
Dazu gehören:
- iPhone oder iPad neu starten
- prüfen, ob ein Update für die App verfügbar ist
- iOS beziehungsweise iPadOS aktualisieren
- als weitergehende Maßnahme die App löschen und erneut laden
Beim Löschen einer App können allerdings lokal darin gespeicherte Daten verloren gehen. Diesen Schritt solltest du daher nicht unüberlegt durchführen.
7. Hintergrundaktivität gezielt kontrollieren
Wenn es dir tatsächlich um Batterielaufzeit oder Datenverbrauch geht, ist es sinnvoller, gezielt zu prüfen, welche Apps Hintergrundfunktionen benötigen.
Unter:
Einstellungen → Allgemein → Hintergrundaktualisierung
kannst du festlegen, ob Apps im Hintergrund nach neuen Inhalten suchen dürfen.
Dabei solltest du die Funktion nicht grundsätzlich bei jeder App deaktivieren. Manche Apps können davon sinnvoll Gebrauch machen.
Interessant ist außerdem ein Detail, auf das Apple ausdrücklich hinweist:
Wenn du eine App im App-Umschalter beendest, kann es erforderlich sein, sie zunächst wieder manuell zu öffnen, bevor sie erneut nach neuen Inhalten suchen kann.
Auch deshalb ist das routinemäßige Schließen aller Apps nicht unbedingt sinnvoll.
8. Bei niedrigem Batteriestand: lieber den Stromsparmodus verwenden
Wenn du die Batterielaufzeit deines iPhone oder iPad verlängern möchtest, stellt Apple dafür eine eigene Funktion bereit: den Stromsparmodus.
Dieser reduziert unter anderem Hintergrundaktivitäten und andere energieintensive Funktionen.
Bei neueren iPhone-Modellen steht außerdem Adaptive Leistung zur Verfügung. Das System kann dabei bestimmte Leistungsparameter situationsabhängig anpassen, um die Batterielaufzeit zu verlängern.
Solche systemseitigen Mechanismen sind für das Energiemanagement vorgesehen – nicht das regelmäßige manuelle Schließen sämtlicher Apps.
9. Kurz zusammengefasst
Du musst Apps auf deinem iPhone oder iPad normalerweise nicht schließen.
Eine im App-Umschalter sichtbare App ist nicht automatisch permanent aktiv. iOS und iPadOS verwalten Apps, Arbeitsspeicher und Hintergrundaktivitäten weitgehend selbst.
Das regelmäßige Schließen aller Apps:
- ist für die Speicherverwaltung nicht erforderlich,
- spart laut Apple normalerweise keine Batterie,
- und kann bei Apps dazu führen, dass bestimmte Hintergrundfunktionen erst nach dem erneuten Öffnen wieder zur Verfügung stehen.
Eine App solltest du vor allem dann schließen, wenn sie nicht reagiert oder offensichtlich nicht richtig funktioniert.
Wenn deine Batterie ungewöhnlich schnell leer wird, lohnt sich stattdessen ein Blick unter Einstellungen → Batterie. Dort kannst du nachvollziehen, welche Apps tatsächlich Energie verbrauchen und ob Hintergrundaktivität daran beteiligt ist.
Weiterführende Informationen von Apple
- App auf dem iPhone beenden und erneut öffnen – Apple Benutzerhandbuch
- App auf dem iPad beenden und erneut öffnen – Apple Benutzerhandbuch
- Wenn eine App auf dem iPhone oder iPad nicht mehr reagiert – Apple Support
- Zwischen geöffneten Apps auf dem iPhone umschalten – Apple Benutzerhandbuch
- iPhone-Batterienutzung und -Batteriezustand verstehen – Apple Support
- Stromsparmodus verwenden– Apple Support
Ich hoffe, dieser Benutzertipp hilft dabei, einen weit verbreiteten Irrtum etwas verständlicher einzuordnen und iPhone sowie iPad so zu verwenden, wie deren Ressourcenverwaltung von Apple vorgesehen ist.
PS. Eine Gesamt-Übersicht all meiner Benutzer-Tipps findest du hier:
Benutzer-Tipps von PreCognition – Apple Community
Beste Grüße & viel Erfolg! 🌺