Netcracker schrieb:
Apple sollte seine Prioritäten etwas überdenken.
Dann verstehst du den Begriff „Marktwirtschaft“ nicht. Apple stellt die Plattform zur Verfügung. Entwickler die Softwareprodukte. Apple hat gegenwärtig ca. 9-10% Anteile am weltweiten PC-Markt. Im B2B-Bereich sind Windows-Produkte führend und dort spielt die Musik.
P.S.: Apple-Nutzer seit 1986.
Da hast du einen sehr wichtigen Punkt angesprochen, Netcracker. Apple überläßt immer mehr die Software-Entwicklung anderen Unternehmen und zieht sich aus der Softwareentwicklung zurück. Und dort, wo Apple selbst noch Software entwickelt, ändert sie sich schneller, als man die eigenen Verfahrensabläufe anpassen kann. Meine ersten Macs hatte ich vor allem wegen der auszeichneten Software gekauft, die nur auf Macs lief. Dafür habe ich gerne die etwas teuere Hardware in Kauf genommen. Ich fand es sehr vorteilhaft, dass Hardware und Software aus einer Hand kamen und die Software immer rechtzeitig für neue Systemversionen aktualisiert wurde.
Das ist inzwischen anders. Jetzt habe ich auch Software von Drittanbietern auf meinen Macs und Stress bei jedem System Upgrade, da Apple eine ganze Reihe wichtige Apps vom Markt genommen hat, die für mich sehr wichtig waren, und in einigen Fällen sind die aktuellen Versionen der Apps nicht als Ersatz für die ursprünglichen Versionen geeignet.
Softwareprodukte, die Apple eingestellt hat (vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen), und was ich dann sehr viel Mehrarbeit hatte, waren beispielsweise:
- Quartzcomposer (die meisen Videos in meinen Vorlesungsmaterialien waren mit Quartz Composer erstellt), und wir hatten es als Basis für die Schulpraktika genommen, weil die stromorientierte Grafikprogrammierung so einfach und intuitiv ist
- Die Unterstützung für Java in Xcode - ich hatte die Vorlesung und Praktika für die Grafikprogrammierung darauf aufgebaut
- iWeb wurde ebenfalls ersatzlos eingestellt, gerade als wir den Webauftritt für unsere Forschungsgruppe darauf aufgebaut hatten.
- Aperture und iPhoto sind verschwunden, die Druckdienste für Fotobücher und Kalender usw. sind eingestellt worden.
Für die Apps, die überlebt haben, hat sich die Zielgruppe geändert. Das gute alte iPhoto war ein mächtiges Werkzeug, mit dem sich gut ein sehr großer Katalog von Fotos verwalten ließ, mit ausgefeilten Werkzeugen zur Stapelbearbeitung der Metadaten. Das war selbst für anspruchsvolle Amateure verlockend. Der Nachfolger "Fotos" richtet sich eher an Personen, diemit dem Handy eine Flut von Schnappschüssen aufnehmen und keine Zeit und Lust haben, diese selbst zu katalogisieren und vor allem daran interessiert sind , die Bilder mit anderen in sozialen Netzen zu teilen.
Kurz und gut, nach einem System Upgrade müssen wir darauf vorbereitet sein, dass nicht nur Apps und Gerätetreiber wegfallen können, weil sie nicht aktualisiert werden, sondern auch damit, dass die verbleibenden Apps sich so ändern, dass sie für unsere Zwecke nicht mehr passen.
Und das ist unabhängig davon, ob es um Apps von Apple geht, die mit dem System kommen, oder um Apps von Drittanbietern. Das ist keine Kritik an Apple, nur die Konsequenzen von der Anpassung der Produkte an Angebot und Nachfrage.
Bevor wir ein System auf eine größere, neue Version müssen wir für uns auch Kosten und Nutzen abwägen. Nicht jeder System Upgrade ist harmlos.