Abonnementmodell und Vergütung von Künstlern konträr zu tatsächlichem Hörverhalten

Sehr geehrte Damen und Herren,


in der Mediathek der ÖR [1] bin ich auf einen Beitrag zur Vergütungspraxis der Branche gekommen. Das dort erwähnte ist erschreckend. Stimmt es, dass Sie mein individuelles Apple-Music-Abonnement-Geld in einen großen Topf werfen und dadurch auch Musiker u.ä. finanzieren, deren Musik ich nicht höre?

In einem Beispiel der Doku hieß es, dass ein Nutzer, welcher 10 Klassikmusikstücke hört, auch nur wenige Cents an diese Klassikinterpreten zahlt und in Wirklichkeit sein Geld in sehr viel größerem Anteil an Mainstream-Künstler ausgezahlt wird.


Wenn man als iTunes-Nutzer sowieso bereits eine riesige Musikbibliothek hat, dann unterstützt man mit Apple Music u.U. tatsächlich die falschen Künstler.


Unter diesem Umständen ziehe ich konkret in Erwägung, das Apple-Music-Abonnement nicht zu verlängern.


Mit freundlichen Grüßen


[1] ZDFzoom: Kampf um Klicks - Wer kassiert beim Musik-Streaming? - Film von Viktoria Timkanicova, https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-kampf-um-klicks-100.html

Gepostet am 25. Aug. 2021 05:47

Antworten
4 Antworten

26. Aug. 2021 07:16 als Antwort auf christine33

In der Branche (also Spotify, Apple Music, etc.) scheint es üblich zu sein, dass der Musik-Abonnement-Dienst die Ausschüttung an Plattenlabens wie folgt durchführt:


  1. Summiere alle Geldeinnahmen aller Nutzer und werfe sie in einen großen Topf
  2. Summiere alle Titelwiedergaben die alle Abonnenten durchgeführt haben und werfe sie in einen großen Topf
  3. Verteile das Geld auf Basis dieser Gesamteinnahmen und Gesamtwiedergaben an die Plattenlabel.


Wie die Labels das aufteilen, deren Ding. Das Für-und-Wider gibt es nicht erst seit CD-Zeiten.


Als verwerflich könnte jedoch angesehen werden, dass das Geld eines einzigen Abonnenten dadurch an andere Künstler ausgeschüttet werden kann, welche dieser gar nicht hört.


Beispiel: Angenommen ich sei die einzige Person die Pink Floyd hören würde. Ich höre den ganzen Monat über nichts anderes als Pink Floyd. Alle Millionen anderen Abonnenten hören irgendwelche Hip-Hop-"Musiker". Rein rechnerisch ergibt sich dann, dass Pink Floyd nur ein paar Cents im Monat erhält. Intuitiv wäre jedoch, wenn Pink Floyd von mir die vollstände Abogebühren erhalten würde. Mein Geld also nicht an irgendwelche Hip-Hop-"Musiker" gehen würde.


... Apple Music macht auch viel Werbung für irgendwelche "Musik" die ich weder höre, noch mag -- ja sogar angeklickt habe weniger solche Vorschläge erhalten zu wollen. Das UI ist also noch kontraproduktiv für mancher Leute Vorlieben und befördert gleichzeitig die eh viel abgespielten und beworbenen.


Disclaimer: Verträge sind wie immer geheim, deshalb pi-mal-Daumen. Es gibt jedoch recht viele seriöse Quellen zur Auszahlpraxis der Branche.

26. Aug. 2021 08:37 als Antwort auf carlder2the

Hallo Carl,


du schreibst: „Unter diesem Umständen ziehe ich konkret in Erwägung, das Apple-Music-Abonnement nicht zu verlängern.“. Das wäre konsequent von dir, wenn du auch auf andere Musikstreaming-Dienste verzichten würdest. Die Alternative sind CDs, DVDs und die gute alte Schallplatte. An denen verdienen die Künstler deutlich mehr. Aber du zahlst auch deutlich mehr. Und du kannst diese Musik sogar in deine Musik-Mediathek hochladen.


Man sollte bei dieser Diskussion nicht vergessen, dass man mit der Nutzung von Musikstreaming-Diensten zu absoluten Schnäppchenpreisen Musik der eigenen Wahl hört, und (ungeachtet möglicher Ungerechtigkeiten bei den Verteilungsschlüsseln, die übrigens auch ähnlich bei der Verteilung von Einnahmen aus der Verwertung von Urheberrechts- und Aufführungsrechts-Lizenzen gestaltet sind) so zu einer geringen Vergütung der Musikkreativen beiträgt.

Bei der Wahl eines Musikstreaming-Dienstes sollte man auch bedenken, dass Apple beim Streaming den Künstlern das dreifache zahlt wie etwa Spotify. Quelle WallStreet Journal:

https://www.wsj.com/articles/apple-music-reveals-how-much-it-pays-when-you-stream-a-song-11618579800


Viele Grüße und dir alles Gute!

25. Aug. 2021 13:00 als Antwort auf carlder2the

Herzlich Willkommen in der deutschsprachigen  Support Community. Gerne helfen wir dir mit deinem Anliegen.


Ohne jetzt den Beitrag angeschaut zu haben, würde ich schon sagen, das wird sicherlich prozentual aufgeteilt. Sprich Künstler die mehr gehört werden, als andere Künstler erhalten von dem großen Kuchenstück eben mehr ab, oder eben weniger, je nach dem.


Dir steht es natürlich frei - weiterhin ein Abonnent von Apple Music zu sein oder nicht. Bei anderen Streaminganbietern wird es aber sicherlich nicht anders sein.


Beste Grüße und bleib Gesund!


Dieser Thread wurde vom System oder dem Community-Team geschlossen. Du kannst alle Beiträge positiv bewerten, die du hilfreich findest, oder in der Community nach weiteren Antworten suchen.

Abonnementmodell und Vergütung von Künstlern konträr zu tatsächlichem Hörverhalten

Willkommen in der Apple Support Community
Ein Forum, in dem Apple-Kunden sich gegenseitig mit ihren Produkten helfen. Melde dich mit deinem Apple Account an, um Mitglied zu werden.