Hallo,
gerne versuche ich dir bei deinem Problem weiterzuhelfen.
Der von dir geschilderte Zustand ist tatsächlich kritisch und sollte ernst genommen werden. Wenn ein MacBook Air mit 256 GB internem Speicher bereits bei rund 230–240 GB belegtem Speicherliegt, befindet sich das System unmittelbar an einer Grenze, an der macOS nicht mehr zuverlässig arbeiten kann. Es geht dabei nicht um Komfort, sondern um Systemstabilität. macOS benötigt freien Speicher für Swap, Cache, Spotlight-Indizierung, Systemupdates, Time-Machine-Snapshots und temporäre Dateien. Wird dieser Bereich zu klein, kann das System nicht mehr korrekt arbeiten. Im ungünstigsten Fall lassen sich dann weder Updates installieren noch Backups durchführen, und das Gerät kann in einen Zustand geraten, aus dem es nur noch durch Neuinstallation zu retten ist.
In diesem Zusammenhang ist die oft zitierte „10-Prozent-Regel“ leider irreführend. Zehn Prozent freier Speicher mögen für einfache Nutzung genügen, aber nicht für ein modernes macOS mit iCloud-Sync, Fotos-Mediathek, Musik-Mediathek und großen Updates. In der Praxis sollte ein Mac dauerhaft etwa 50–60 GB freien Speicher haben, damit Systemprozesse und Updates sicher durchlaufen können.
Der zweite wichtige Punkt ist ein grundlegendes Missverständnis über iCloud. iCloud ist kein externer Speicher, der den physischen Speicher des Macs ersetzt, sondern ein Synchronisationsdienst. Dateien, mit denen du auf dem Mac arbeitest, müssen lokal vorhanden sein. Sobald du eine Datei aus iCloud öffnest, wird sie auf dein MacBook geladen und belegt dort Speicherplatz. Je mehr du arbeitest, desto voller wird das Gerät – auch wenn die Daten zusätzlich in der iCloud liegen. iCloud kann also keinen zu klein dimensionierten internen Speicher kompensieren.
Die Funktion „Mac-Speicher optimieren“ kann zwar selten genutzte Dateien automatisch auslagern, aber auch sie ist kein Ersatz für ausreichend internen Speicher. Spätestens bei großen macOS-Updates oder beim Arbeiten mit Foto- oder Musikmediatheken wird wieder viel lokaler Speicher benötigt.
Unterm Strich bedeutet das: Die vorhandene Datenmenge passt nicht zum eingebauten Speicher. Das ist kein Bedienfehler, sondern eine falsche Dimensionierung beim Kauf. Für produktives Arbeiten sollte der interne Speicher so gewählt sein, dass auch in mehreren Jahren noch genügend Reservevorhanden ist. Eine sinnvolle Faustregel ist, eher das Doppelte dessen einzuplanen, was man aktuell für „ausreichend“ hält.
Kurzfristig heißt das konkret:
Der Speicher muss dringend reduziert werden, bis wieder mindestens 50–60 GB frei sind. Große Datenmengen sollten auf externe Laufwerke oder ein NAS ausgelagert werden, wenn sie nicht ständig benötigt werden. Andernfalls besteht ein reales Risiko für Systemprobleme bis hin zu einem Systemstillstand.
iCloud kann das Arbeiten erleichtern – aber sie ersetzt keinen zu klein gekauften internen Speicher.
LG, Dutchman