Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden, werden heute fast ausschliesslich entweder nur auf dem Gerät angeschaut oder für soziale Medien und Webseiten aufbereitet.
Ein "natürliches" Foto ist so, wie es aufgenommen wurde. Am nächsten kommen dem LEICA DNG RAW's, aber dann eben mit all dem, was bei einer zufälligen, natürlichen Lichtsituation dazugehört - ausgefressene Spitzlichter, abgesoffene Schatten, geringe Schärfentiefe, geringe Kontraste....
All das will der iPhone-Fotograf nicht. Also langt der Algorithmus schon bei der Aufnahme kräftig zu. Spitzlichter werden heruntergeregelt, Flares herauskorrigiert, Schatten aufgehellt, Kontraste verstärkt, künstliche Schärfentiefe erzeugt. Ganz wichtig hierbei sind Mikrokontraste, die wir als (Detail-)Schärfe wahrnehmen. Dazu kommt noch KI für Hautglättung, grössere Augen usw. Wenn ein Foto so aufbereitet ist, kann es ohne weiteres in Insta oder Tiktok gepostet werden.
DAS ist es, was die Mehrzahl der User heute für ein gutes, gelungenes Foto hält.
Ich mag mich täuschen, aber ich glaube, dass Apple bei den Kameras der 17 Pro/max-Modelle einen anderen Weg geht. Dort wird in der Default-Einstellung ein Bild erzeugt, das eine natürliche Belichtung, Kontraste, Kantenschärfe und Schärfentiefe wiedergibt. Für uns "alte Hasen" ist das normal. Für den Tiktok-Blogger oder "content creator" ein misslungenes Foto.
Im Grunde reden wir bei solchen Threads also immer aneinander vorbei....