Finder Spaltendarstellung: Spaltenbreite gehört zum Fenster und lässt sich nicht dauerhaft festlegen
System: macOS 26.5.2 (25F84), Mac Studio M1
ZUSAMMENFASSUNG
In der Spaltendarstellung des Finders lässt sich keine Spaltenbreite dauerhaft festlegen. Bereits geöffnete Fenster ignorieren jede geänderte Standardbreite dauerhaft – auch über einen Neustart des Finders hinweg. Lange Dateinamen werden dadurch mittig gekürzt, obwohl im Fenster rechts daneben Platz frei bleibt.
SCHRITTE ZUM NACHVOLLZIEHEN
1. Finder-Fenster in Spaltendarstellung öffnen, zu einem Ordner mit langen Dateinamen navigieren.
2. Eine Spalte am Trenner breiter ziehen.
3. In der Spalte davor zu einem anderen Ordner wechseln.
4. Ergebnis: Die eingestellte Breite ist verloren, Dateinamen werden wieder gekürzt.
BEOBACHTETES VERHALTEN
Die Spaltenbreite ist offenbar eine Eigenschaft des einzelnen Fensters und wird nirgends dauerhaft gespeichert.
Direkt gegengeprüfter Beleg: Zwei Finder-Fenster, gleichzeitig geöffnet, identische Einstellungen, gleicher Moment.
- Fenster A (schon länger offen): Spaltenbreite ca. 359 pt, Dateinamen gekürzt
- Fenster B (neu mit Cmd-N geöffnet): Spaltenbreite ca. 620 pt, Dateinamen vollständig
Fenster A behielt seine 359 pt über jeden Ordnerwechsel und sogar über ein Beenden des Finders hinweg.
WAS ALS URSACHE AUSGESCHLOSSEN WURDE
- Die Ansichtsoption "Spaltengröße an Dateinamen anpassen" (Cmd-J) war zu keinem Zeitpunkt aktiviert.
- Keine der 550 .DS_Store-Dateien im betroffenen Verzeichnisbaum enthält eine gespeicherte Spaltenbreite.
- Es existiert kein com.apple.finder.savedState, der die alten Breiten erklären würde.
- Die Standardbreite wurde in beiden Schlüsseln gesetzt und blieb dort auch erhalten:
FK_StandardViewOptions2:ColumnViewOptions:ColumnWidth
StandardViewOptions:ColumnViewOptions:ColumnWidth
Beide auf 620. Bereits offene Fenster übernahmen den Wert trotzdem nicht.
ZWEITER FEHLER: "Spaltengröße an Dateinamen anpassen" bemisst sich am falschen Datenbestand
Wird die automatische Spaltenanpassung wirksam, richtet sich die letzte Spalte nach den gerade sichtbaren Dateinamen statt nach allen Objekten im Ordner. Gemessen an zwei Unterordnern desselben Elternordners: 731 pt im einen, 567 pt im anderen. Die Spalten davor blieben dabei stabil. Beim Hin- und Herwechseln springt die Breite dadurch bei jedem Klick.
DRITTER FEHLER: Scrollbalken verdeckt den Anfasser
Bei "Scrollbalken einblenden: Immer" zusammen mit eingeblendeter Pfadleiste überdeckt der horizontale Scrollbalken den Anfasser zum Ändern der Spaltenbreite. Umstellen auf "Automatisch" legt den Anfasser wieder frei. Das ist in 26.3 entschärft worden, tritt in dieser Kombination aber weiterhin störend auf.
ERWARTETES VERHALTEN
Eine einmal eingestellte Spaltenbreite bleibt erhalten – über Ordnerwechsel, über das Schließen und erneute Öffnen eines Fensters und über einen Neustart des Finders hinweg. Bis macOS Sequoia war das der Fall.
AUSWIRKUNG
Der Fehler macht die Spaltendarstellung für strukturierte Ablagen mit sprechenden, langen Dateinamen praktisch unbrauchbar. Dateien lassen sich nicht mehr am Namen unterscheiden, weil genau der aussagekräftige Teil in der Mitte weggekürzt wird.