Hallo,
deine geplante Ausstattung würde ich nicht vorschnell verwerfen. Entscheidend ist weniger, ob du gelegentlich 200–500 Bilder mit Lightroom sichtest, sondern was anschließend tatsächlich mit diesen Bildern passiert.
Das reine Importieren, Sichten, Bewerten, Sortieren und Aussortieren einiger hundert Bilder stellt für ein aktuelles MacBook Air keine besondere Herausforderung dar. Auch normale RAW-Bearbeitung mit Belichtung, Weißabgleich, Kontrast, Farben, Zuschnitt oder einzelnen Maskierungen funktioniert auf einem aktuellen Air sehr gut.
Interessanter wird es erst, wenn du regelmäßig größere Bildmengen gleichzeitig bearbeitest oder stark rechenintensive Funktionen verwendest – beispielsweise KI-Entrauschen, aufwendige Maskierungen, Objektentfernung oder Presets mit entsprechenden KI-Funktionen auf viele Bilder überträgst und anschließend große Stapel exportierst. Auch das kann ein MacBook Air erledigen. Da es aber passiv gekühlt wird, kann es bei längerer hoher Dauerlast seine Leistung reduzieren. Das MacBook Pro kann solche Belastungen aufgrund seiner aktiven Kühlung länger mit hoher Leistung abarbeiten. Die Frage ist deshalb weniger „Kann das Air das?“, sondern eher „Wie häufig möchtest du auf größere Stapel warten?“
Deshalb würde ich zunächst überlegen, wie dein typischer Lightroom-Abend tatsächlich aussieht: Du kommst beispielsweise mit 500 Bildern nach Hause, sichtest diese und übrig bleiben vielleicht 30, 50 oder 100 Bilder – wie viele davon werden anschließend wirklich intensiver bearbeitet? Sind es am Ende vielleicht 10 oder 20 Bilder, würde ich persönlich dafür nicht automatisch sehr viel Geld in ein Pro- oder gar Max-Modell investieren.
Beim Arbeitsspeicher würde ich allerdings etwas Reserve einplanen. 24 GB sind für Lightroom nicht „zu wenig“ und liegen bereits deutlich über Adobes Empfehlung von 16 GB oder mehr. Wenn das Gerät aber wieder einige Jahre genutzt werden soll und das Budget es zulässt, würde ich trotzdem zu 32 GB greifen. Lightroom, macOS, Browser, Mail und eventuell Photoshop können dann gleichzeitig laufen, ohne dass der Speicherdruck unnötig hoch wird. Gerade weil sich der Arbeitsspeicher später nicht erweitern lässt, ist dies für mich die sinnvollere Stelle, etwas mehr zu investieren.
Deine 1-TB-SSD halte ich ebenfalls für eine vernünftige Größe. Der Lightroom-Katalog, Vorschauen und aktuelle Projekte profitieren davon, auf der internen schnellen SSD zu liegen. Das gesamte Bildarchiv muss dagegen nicht zwingend intern gespeichert werden. Dafür kann problemlos eine schnelle externe SSD beziehungsweise – bei größeren Datenbeständen – ein NAS verwendet werden.
Wichtig: Eine externe Platte mit deinen Bildern ist noch kein Backup. Wenn darauf dein einziges Fotoarchiv liegt, solltest du mindestens eine weitere Kopie haben. Bei 1 TB interner SSD plus beispielsweise einer 1-TB-Fotoplatte würde ich deshalb auch keine 1-TB-Backupplatte kaufen, sondern genügend Reserve einplanen.
Deinen vorhandenen Lightroom-Katalog kannst du grundsätzlich vom Windows-Rechner auf den Mac übernehmen. Lightroom Classic arbeitet mit demselben Katalogformat. Etwas Aufmerksamkeit benötigen gegebenenfalls die Speicherpfade zu den Originalbildern, weil Windows und macOS Laufwerke unterschiedlich einbinden. Das ist aber kein Grund, einen neuen Katalog anzulegen.
Bei deinem Budget von etwa 2.500 Euro würde ich daher nicht automatisch nach einem gebrauchten M1 Max suchen. Die aktuellen M5-Generationen haben insbesondere bei den GPU- und KI-Funktionen erheblich weiterentwickelte Hardware. Gerade weil Lightroom zunehmend KI-basierte Funktionen verwendet, würde ich bei einem Neukauf eher eine aktuelle Plattform wählen.
Für das von dir bisher beschriebene Profil würde ich deshalb zwei Varianten ansehen:
MacBook Air 15“ M5 mit 32 GB RAM und 1 TB SSD, wenn Lightroom eher Hobby ist, hauptsächlich einzelne Bilder bearbeitet werden und längere Stapelverarbeitung nur gelegentlich vorkommt.
14” MacBook Pro M5 mit möglichst 32 GB RAM und 1 TB SSD, wenn Lightroom regelmäßig genutzt wird, häufiger größere Stapel, KI-Funktionen und Exporte anfallen oder du einfach mehr Leistungsreserve möchtest.
Beide würden damit ungefähr in deinem Budget liegen.
Einen M5 Pro oder gar M5 Max würde ich erst dann ernsthaft in Betracht ziehen, wenn dein tatsächlicher Lightroom-Workflow diese zusätzliche Dauerleistung auch benötigt. Sonst bezahlst du sehr viel Geld für Rechenleistung, die den größten Teil der Zeit ungenutzt bleibt.
Vielleicht beschreibst du deshalb noch kurz, welche Kamera beziehungsweise welche RAW-Dateien du verwendest, wie viele der 200–500 Bilder normalerweise tatsächlich bearbeitet werden und ob du Funktionen wie KI-Entrauschen oder KI-Maskierungen häufig verwendest. Danach lässt sich Air oder Pro wesentlich sinnvoller beurteilen.
LG, Dutchman