Bildungsrabatte für Auszubildende (Beschwerde)
Hallo zusammen,
ich möchte hier ausdrücklich Feedback zu den Teilnahmebedingungen des Apple Store Bildung geben.
Ich absolviere derzeit eine Vollzeitausbildung zum Physiotherapeuten. Meine Ausbildung besteht aus umfangreichem theoretischem und praktischem Unterricht, Prüfungen, eigenständiger Vor- und Nachbereitung sowie späteren praktischen Einsätzen. Einen Mac oder ein iPad würde ich, genau so wie der Großteil meines Kurses, daher genauso unmittelbar für meine Ausbildung verwenden wie ein Studierender für sein Studium.
Umso weniger kann ich und mein gesamter Kurs von insgesamt 30 Leuten nachvollziehen, weshalb Auszubildende von Apples Bildungspreisen grundsätzlich ausgeschlossen werden, während Hochschulstudierende berücksichtigt werden.
Aus meiner Sicht liegt darin ein grundsätzliches Problem: Die Regelung vermittelt faktisch den Eindruck, akademische Bildung sei förderungswürdiger als berufliche Bildung.
Ob sich ein junger Mensch an einer Universität, einer Fachhochschule, einer Berufsfachschule oder in einer betrieblichen Ausbildung qualifiziert, sollte meines Erachtens nicht darüber entscheiden, ob Apple ihn als Teil der Zielgruppe „Bildung“ anerkennt. Gerade in Deutschland ist die berufliche Ausbildung ein zentraler Bestandteil des Bildungssystems und keineswegs lediglich eine nachrangige Alternative zum Studium.
Vor diesem Hintergrund empfinde ich es als besonders unglücklich, wenn ausgerechnet ein als „Bildungsrabatt“ bezeichnetes Programm ausschließlich den Hochschulbereich privilegiert.
Die gegenwärtige Regelung orientiert sich zudem kaum an der tatsächlichen finanziellen Situation. Ein Studierender kann unabhängig von seinem Einkommen oder dem Einkommen seiner Familie von den Bildungspreisen profitieren. Ein Auszubildender mit vergleichsweise geringer Ausbildungsvergütung ist dagegen allein aufgrund der formalen Art seines Bildungsweges ausgeschlossen.
Damit entsteht eine schwer nachvollziehbare Situation: Zwei gleichaltrige Menschen können beide ganztägig lernen, Prüfungen ablegen, digitale Arbeitsmittel benötigen und finanziell nur eingeschränkt leistungsfähig sein. Der eine erhält einen Bildungsrabatt, weil seine Ausbildung an einer Hochschule stattfindet; der andere nicht, weil seine Qualifikation im Rahmen einer Berufsausbildung erfolgt. Vor allem auf die physiotherapeuthische Ausbildung bezogen ergibt dies noch weniger Sinn. Studenten des Fachs der Physiotherapie bekommen Bildungsrabatt , und "Auszubildende" nicht , obwohl beide ein Staatsexamen erlangen und im wesentlichen die selben praktischen und theoretischen Inhalte vermittelt bekommen.
Aus meiner Sicht ist diese Unterscheidung nicht mehr zeitgemäß.
Gerade Unternehmen wie Apple betonen regelmäßig die Bedeutung von Bildung, Chancengleichheit und Zugänglichkeit zu Technologie. Dazu würde aus meiner Sicht konsequenterweise gehören, berufliche und akademische Bildung nicht unterschiedlich zu behandeln.
Ich möchte dabei ausdrücklich nicht argumentieren, dass jede Person pauschal Anspruch auf vergünstigte Produkte haben sollte. Eine nachvollziehbare Begrenzung des Programms ist selbstverständlich sinnvoll. Eine Erweiterung auf nachweislich eingeschriebene bzw. vertraglich gebundene Auszubildende wäre jedoch problemlos überprüfbar, beispielsweise durch einen Ausbildungsvertrag, eine Schulbescheinigung oder einen entsprechenden Ausbildungsnachweis.
Ich würde daher gerne wissen, ob Apple eine Ausweitung der Bildungspreise auf Auszubildende bereits geprüft hat beziehungsweise aus welchem sachlichen Grund diese Personengruppe derzeit ausgeschlossen ist.
Ich würde es sehr begrüßen, wenn Apple sein Verständnis von „Bildung“ künftig nicht ausschließlich auf den akademischen Bildungsweg beschränken würde.