In den ersten Computer, die ich mir nach meinem EDV-Studium kaufte (Apple II, Macintosh, Power G4) war für das Aufrechterhalten der PRAM-DAten 3,7V Batterien (kein Akku) verbaut. Sobald der Computer 220V aus der Steckdose bekam, wurde der Batterieabfluß über einen Transistor gesperrt. Die Batterien hielten 10-12 Jahre. Heutige Computer gehen quasi den umgekehrten Weg indem sie den eingebauten Akku unter Dauerlast halten. Die sehr gute Ladesteuerung von Apple sorgt aber dafür, daß der Akku unterhalb von 10% bzw. oberhalb von 80% besonders schonend „behandelt“ wird.
Die Ladesteuerung darf man allerdings nicht mit der Frage vermischen, was 230 oder mehr Volt bewirken können, wenn in einem zugeklappten MacBook der Startvorgang ausgelöst wird … nur weil die Katze auf dem Wippschalter einer Steckdosenleiste landete. Meine Messung haben mir gezeigt, daß es dabei zu 28W-Spikes kommt - also einer erhöhten Einschaltleistung. Das ist für sich genommen nicht ungewöhnlich. Daß der Einschaltstrom aber bei vollem Akku länger als wenige Sekunden anhält, finde ich schon bemerkenswert.
Das Thema „fire hazard with MacBooks“ wird auf Official Apple Support Community - also dem englischsprachigem Forum in ca. 20 posts diskutiert. Allerdings - wer dort beschwichtigend schreiben würde „Trust me, nothing will happen“ bekäme als Reaktion: „Eat shit, millions of flies can’t be wrong“. In vielen dieser fire hazards threads laufen die Ratschläge letztendlich darauf hinaus, Apple in dieser Sache direkt anzusprechen unter:
Product Feedback - Apple
Aus den dortigen Erklärungen und meinen Messungen kann ich folgendes zusammenfassen:
Sobald das Netzteil unter Strom ist, wird ein Protokoll (64-bit ID code) über den 5. Pol der MagSafe-Verbindung an das MacBook gesendet. Das MacBook prüft, ob das Netzteil geeignet ist - zu bemerken an der kurzen Verzögerung bis im MagSafe-Stecker die LED leuchtet. Die LED leuchtet, sobald MacBook den Eingang freigegeben hat. Anschließend übernimmt die Ladesteuerung alle Meß- und Regelaufgaben. Bei aufgeklapptem MacBook führt dies auch zum Start.
Ist das MacBook zugeklappt hört man zwar den Startton - das Hochfahren wird aber sofort abgebrochen. Lediglich wird der Akku bei Bedarf geladen. Im Gegensatz zu meinen früheren MacBooks die selbst bei vollem Akku 1-2 Watt verbrauchten, zeigt das aufgeladene MacBook Air M2 Null Watt an Verbrauch.
Ein Ladestrom ist allerdings noch 30 Minuten nach Anzeige von 100% Batteriestand im Findermenü zu erkennen. Dies liegt daran, daß die Ladesteuerung auf der Menü-Leiste 100% anzeigt, bevor diese im Akku tatsächlich erreicht sind.
Einen Schutz gegen Spannungsspitzen hat das MacBook nicht. Allerdings „weiß“ das MacBook über den 5. Pol, mit wieviel Watt das Netzteil maximal belastet werden darf. Damit erklärt sich, daß bei meinen Messungen der Höchstwert mit 28W knapp unter der Leistungsgrenze von 30W blieb.
Kommt es zu Überspannung (power surge) kann man Glück haben, wenn bei freigeschaltetem 230V-Zugang nur das Netzteil kaputt geht. Es gibt aber auch Berichte im englischem Apple-Forum und seriösen Seiten, daß die Überspannung bei Verbindung zum Stromnetz oft bis zum Motherboard durchschlug.
Manche deutsche Sachversicherungen ersetzen im Rahmen der Hausratversicherung durch Überspannung beschädigte Computer. Mir wurde vor einigen Jahren ein Überspannungsschaden von der HUK Coburg ersetzt - allerdings nicht Wiederherstellung der Daten.
Fazit für meine Fragestellung:
Netzteil kann durchgehend unter Strom bleiben, solange man im Haus ist. Bei Blitzgefahr sollte man die Stromversorgung zum Netzteil immer unterbrechen. So lautet übrigens auch die Empfehlung aller Versicherer und der Stiftung Warentest
[Link vom Moderator bearbeitet, da die Prozeduren auf der Seite Geräteschäden verursachen können]